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Colitis ulcerosa

Die Erkrankung Colitis ulcerosa wurde erstmalig im Jahre 1859 beschrieben und ist somit keine der ‚neuen Modekrankheiten'. Allerdings nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einem besorgniserregenden Ausmaß zu. Möglicherweise hängt dies mit der seit dieser Zeit deutlich veränderten Ernährungsweise zusammen, die in zunehmendem Maße aus industriell hergestellten Lebensmitteln und einem intensiven Zuckerkonsum besteht. Colitis ulcerosa ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer Zerstörung der inneren Schleimhautschichten kommt.

In Deutschland sind etwa 200.000 Menschen betroffen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Sie ist gekennzeichnet durch eine Geschwür- und Entzündungsbildung, die auf den Dickdarm und den Mastdarm (Rektum) beschränkt ist. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einem Übergang auf den Dünndarm. Der Name der Krankheit leitet sich davon ab, dass sich im Dickdarm (Colitis) Geschwüre (Ulzera) bilden. Der Ausbruch der Krankheit beginnt fast immer im Mastdarm und breitet sich von dort aus auf den Dickdarm aus. Allerdings beschränken sich bei der Hälfte der Betroffenen die Geschwüre und Entzündungen auf das Rektum und den letzten Bereich des Dickdarms.

Bei einigen Patienten ist auch der absteigende Dickdarmteil erkrankt, und nur bei einem geringen Teil ist der gesamte Darm betroffen. Außerdem sind bei der Colitis ulcerosa im Gegensatz zum Morbus Crohn nicht alle Darmwandschichten entzündet, sondern lediglich die Schleimhaut. Dabei bilden sich häufig knötchenförmige Ansammlungen von Bindegewebe und Entzündungszellen, die als Granulome bezeichnet werden.

Da die Erkrankung aus schulmedizinischer Sicht als chronisch und somit nicht heilbar gilt, sind die Patienten in der Regel lebenslang mit dieser Erkrankung konfrontiert. Allerdings wird immer wieder von erfolgreichen Möglichkeiten der Ernährungsumstellung, vielversprechenden naturheilkundlichen Verfahren und neuen Forschungsergebnissen berichtet, die berechtigte Hoffnungen für einen positiveren Krankheitsverlauf aufkommen lassen. Colitis ulcerosa kann bei Menschen jeden Alters auftreten, aber die Erkrankung beginnt normalerweise im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, und weniger häufig zwischen 50 und 70 Jahren. Seit einigen Jahren wird der Beginn jedoch immer öfter auch bei Kindern beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit, an Colitis ulcerosa zu erkranken, ist dann erhöht, wenn ein Familienangehöriger ebenfalls betroffen ist oder wenn eine andere Autoimmunerkrankung wie beispielsweise die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto vorliegt. Zunächst macht sich die Colitis durch einen akuten Beginn bemerkbar und tritt anschließend in der Regel in Schüben auf, die sich im Laufe der Zeit immer wieder mit symptomfreien Phasen abwechseln. Während der Schübe kommt es allmählich zur Zerstörung der Dickdarmschleimhaut.